Info

Liebe Segelfreunde,

 

Herzlich Willkommen in Lagos.

Es gibt viel Schönes und Sehenswertes in unserer Gegend zu entdecken. Wir haben Euch einen kleinen Reiseführer zusammengestellt, von dem wir glauben, dass dieser Euch bei Eurem Urlaub hilfreich sein wird.

 

Land und Leute

 

Von den zehn Millionen Menschen in Portugal wohnen 350.000 an der Algarve, in der Mehrheit sind es Einheimische, Algarvieros, aber dazu kommen Einwohner aus den nördlichen Provinzen Portugals, die hier arbeiten, Einwanderer aus den ehemaligen Kolonien des Landes, aus Angola oder Mozambique etwa, und Ausländer aus Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Skandinavien, den USA und aus vielen anderen Staaten.

Die Algarvieros sind Portugiesen – eigentlich -  der Staatsangehörigkeit nach stimmt das auch. Aber in Wirklichkeit sind sie so wenig Portugiesen, wie die Bayern Preußen sind. Und das gilt auch für die Sprache: Die Mehrheit der Portugiesen verstehen die Algarvieros wegen ihres Dialektes nur wenn sie sich sehr anstrengen.

Die Algarvieros sind ein freundliches Volk: Fischer und Bauern dereinst, Berufe, die die Menschen hier geformt haben. Der ständige Kampf mit den Naturgewalten hat sie zu mutigen, tüchtigen, auch fleissigen Menschen gemacht, aber er hat ihnen auch die Fähigkeit gegeben, das Leben mit einer gewissen, vielleicht philosophischen Gelassenheit zu betrachten.

 

Die Algarvieros haben einen angeborenen Sinn dafür, die Gegenwart unbekümmert zu akzeptieren und eher schicksalsergeben in die Zukunft zu blicken. Man sagt, für dieses „Erbe“ seien die Mauren verantwortlich, wer weiss?! Die Menschen im Süden Portugals haben einen unterentwickelten Sinn für die „Wichtigkeit“ und die „Dringlichkeit“ nahezu aller Dinge. Und sie lehnen es schlichtweg ab, sich zu beeilen. Ausländer neigen dazu, wütend zu werden oder frustriert zu reagieren, wenn die Dinge nicht pünktlich und wie geplant ablaufen, aber die Algarvieros behalten ihren normalen Blutdruck bei und zucken vielleicht die Schultern.

 

Die Algarvieros erleben heute erstaunt und bisweilen ein wenig fassungslos, wie ihr Land vom Tourismus verwandelt wird. Da sie aber auch davon profitieren und es ihnen dadurch besser geht als früher, nehmen sie hin, dass ihnen dabei auch viel von ihren, für sie eigentlich so wichtigen Traditionen verloren geht. Sie machen den Touristen Platz. Sie ziehen sich zurück, wie es ihrer Art entspricht.

Lagos

 

Die Hafenstadt Lagos war 200 Jahre lang die Hauptstadt der Algarve und ist eine der historisch interessantesten Städte der Region. Hier luden die Karavellen ihre Schätze aus: Elfenbein, Gold – Sklaven. Von diesem Hafen stach Dom Sebastiáo in See, um Marokko zu erobern – ein Unternehmen, das katastrophal enden sollte. Obwohl das große Erdbeben von 1755 und der Bauboom der jüngsten Zeit viel zerstört haben, sind doch auch bedeutende historische Denkmäler erhalten geblieben, und der allgemeine Charakter der Straßen und Plätze hat Würde und Eleganz behalten. Gegenüber der Hafeneinfahrt, dem Platz mit seinen Grünanlagen und Cafés kann man einige der historischen Stätten ausmachen. Vor sich sieht man die Bronzestatue von Heinrich dem Seefahrer. Er hält einen Sextanten in der Hand und blickt – wie könnte es anders sein – auf das Meer hinaus. Als Gouverneur der Provinz

residierte er im Castelo dos Governandores an der Westseite des Platzes. Ihm gegenüber sieht man in der Entfernung die alte Festung, die im 17. Jahrhundert den Zugang zum Hafen bewachte. Die Kirche Santa Maria an der Südseite des Platzes ist hauptsächlich wegen einiger geschnitzter Figuren aus dem 18. Jahrhundert bemerkenswert. Ungefähr gegenüber den Arkaden am Zollhaus war einst der Mercado dos Escravos, auf dem einst die unseligen afrikanischen Sklaven verkauft wurden.

Lagos zählt heute ca. 24.000 Einwohner. Der historische Ort mit seiner gemütlichen Kleinstadtatmosphäre krönt die Hügel an der Mündung des Riba. de Bensafrim.

Strände

 

Die Algarve bietet an ihrer Küste viele verschiedenartige Strände : von einsam und

klein bis riesig, von bewacht und bewirtschaftet bis zu „Benutzung auf eigene Gefahr“. Die meisten Strände sind von den Beobachtern der Europäischen Kommission als sauber und sicher bewertet worden.

Ist ein Strand bewacht, dann ist ein von den Behörden ausgebildeter Rettungsschwimmer vor Ort, der je nach Wetter, Wind und Wellensituation Flaggen an seinem Strandabschnitt wehen lässt.

Grüne Flagge: Baden und Schwimmen erlaubt

gelbe Flagge: Schwimmen nicht erlaubt, mit den Füssen im Wasser sein dagegen schon  e rote Flagge: Schwimm- und Badeverbot ( Zuwiderhandlung kann mit Bussgeld belegt werden).

Das portug. Gesetz macht einen Unterschied zwischen Baden und Schwimmen. Baden ist planschen an der Wasserkante und Schwimmen ist das Ufer verlassen und eben Schwimmen! Privatstrände gibt es in ganz Portugal nicht.

 

Tipps für Strände von Ost nach West

 

Vila Real de Santo António

Einer der weitesten Strände der Algarve, und auch noch der mit dem wärmsten Wasser. Zu verdanken ist das auch dem Rio Guadiana, der hier in den Atlantik mündet. Der Strand ist nur von der Mole aus oder durchs rückwärtige Watt erreichbar – weite Wanderungen bis Monte Gordo sind möglich. Sandbänke sorgen für einen niedrigen Wasserpegel.

 

Santa Luzia

Ist eine kleine Strandgemeinde vor den Toren von Tavira. Vom Kreisverkehr am Lidl im Westen Taviras führt eine Straße zu grellbunten Häusern. Augen zu und durch zum Porto. Baden ist hier kaum möglich. Dafür wartet das „Safary-Boat“: Dessen Besatzung bietet achtstndige Rundreise durch die Rio Formosa an (Abfahrt 10.00 Uhr/ca. 25,- Euro/Person) sowie einen Fährservice (1,00 Euro) zu den vorgelagerten Inseln. Deren Strände sind in der Regel nicht bewacht. Wer Ruhe auf weißem Sand und ausgedehnte Wanderungen durch  Dünenlandschaften sucht, ist hier richtig.

 

Olháo

Ist Ausgangsort zu den wohl schönsten Stränden der Südküste. Vom Hafen des kleinen Ortes fahren Fährboote zu den Inseln Culatra und Farol. Wer portugiesisch spricht, kann auch die Insel-Pendler um eine „Boleia“ bitten. Die Strände an den Inseln sind sehr ruhig, eher was für Puristen. Auf der Südseite lädt das offene Meer ein, auf der Nordseite der Inseln der naturgeschützte Rio Formosa. Auf den Inseln sind private Autos nicht zugelassen, Service und Gastronomie gibt es kaum.

 

Ilha de Faro

Ist die Insel gegenüber vom Flughafen. Mit dem Festland über einen schmalen Damm verbunden, ist sie einfach zu erreichen. Der Strand ist im Herzen der Insel recht schmal, hauptsächlich tummeln sich hier Portugiesen.

 

STRÄNDE UM LAGOS

 

Praia do Vau

In Portimao Richtung Praia da Rocha fahren und am Kreisverkehr Beschilderung zum Praia do Vau folgen. Einige schöne Restaurants / Café direkt am Strand, die auch in der Nebensaison geöffnet haben. Der Stand zeichnet sich durch die an der Algarve typischen Sandsteinformationen aus, die unter anderem mitten auf dem Strand stehen. Wandert man Richtung Osten am Strand entlang kommt man an tollen Felsformationen vorbei, die bei entsprechendem Tidenstand begehbare oder bekrabbelbare Tunnel freigeben.

 

Praia da Batata

Dieser „Kartoffelstrand“ am Fort von Lagos ist durch seine losen kartoffelförmigen Felsformationen gekennzeichnet. Vielleicht hat er daher seinen Namen – oder deshalb, weil dort einmal ein Schiff mit einer Ladung Kartoffeln gestrandet sein soll – da scheiden sich die Geister. Sein Vorteil ist, dass er am südlichen Ende der Innenstadt liegt und zu Fuß leicht zu erreichen ist. Sein Nachteil, dass Autofahrern nur wenige Parkplätze zur Verfügung stehen. Das Wasser ist seicht und klar, leider unbewacht und die Wasserqualität ist aufgrund des mündenden Flusslaufes nicht so gut. Es gibt es direkt am Strand den Segelklub Lagos mit einer kleinen Bar – NAUTIFRAGO -, in der man neben Drinks auch Kleinigkeiten zum Essen bekommen kann. Kostenlos dazu gibt es einen tollen Blick vom Balkon über die Moleneinfahrt mit den ein- und auslaufenden Schiffen.

 

Praia Dona Ana

Ein typischer Touristen-Strand. Der Strand liegt vor einer dichten Landschaft von Appartementkomplexen und Hotelanlagen. Eine kleine Auswahl von Geschäften lockt zum Kauf von nützlichen und weniger nützlichen Besonderheiten. Der relativ kleine Strand verfügt über eine funktionierende Infrastruktur. Empfehlenswert aber nur ausserhalb der Saison.

 

Praia do Camilo

In Richtung Ponta da Piedade liegt etwa auf halbem Weg linker Hand die Praia do Camilo. Parken ist auf dem erdig-sandigen Gelände vor dem Restaurant am Klippenrand möglich. Im und vor dem Restaurant läßt es sich typisch portugiesisch speisen mit Blick auf unser Segelrevier, das weite blaue Meer und die klüftige Küste südlich von Lagos. Den Strand erreicht man über eine lange Treppe. Zu benachbarten Strandstücken gelangt man durch kleine Tunnel in den Felsen. Spaziergänge auf der Steilküste sind mit einem hohen Absturzrisiko verbunden. Immer wieder brechen Teile der Sandfelsen ab.

 

Praia da Luz

Dieser ist ein ziemlich kleiner Strand. Es gibt hier alles was das Urlauberherz begehrt, falls man auf britisches und holländisches Touristen-Ballungsgebiet steht, ist man hier bestens aufgehoben.

 

Praia do Burgau

Wer von Praia da Luz die Küstenstraße weiter nach Westen fährt, kommt in die kleinere Ortschaft Burgau. Der Strand dort ist klein und meist erträglich voll. Viele der sonst üblichen Serviceleistungen sind nicht zu haben. Doch scheint das Leben hier gemütlicher und ruhiger abzulaufen. Am Strand gibt es ein Restaurant. Das Wasser ist klar und flach.

 

Praia da Salema

Die Küstenstraße von Burgau nach Salema ist eine Reise wert. Das Umland ist so gut wie unbesiedelt. Die Straße ist an manchen Stellen sogar steil und kurvig, auf halber Strecke wird sie zum Schotterweg. Wer einen einsamen Strand sucht, kann im Tal vor Salema in Boca do Rio Halt machen. Zumindest im Sommer ist die Mündung des Flusses ausgetrocknet und daher als Strand zu nutzen. Der Strand von Salema ist ein langer, aber relativ schmaler Sandstreifen. Die flachen und stabilen Küstenfelsen am westlichen Ende eignen sich für kleinere Kletterspaziergänge. Das kleine Fischerdorf mit seinen netten Cafe`s liegt in einem kleinen Tal, das die ansonsten schroffe Küste unterbricht. Das alte Dorf zieht sich entlang einer engen Hauptstraße, die parallel zum Sandstrand den Talhang hinaufführt.

 

Praia do Martinhal

Da die Windverhältnisse hier meist sehr günstig sind,  eignet sich die Bucht besonders gut zum Windsurfen. Es ist der Windsurfer-Strand schlechthin bei ablandigem Wind. Direkt am Strand befindet sich ein kleines Windsurfzentrum. In der Hauptsaison ist es auf jeden Fall geöffnet. In der Nebensaison: besser vorher informieren. Man kann direkt mit dem Auto bis zum Strand fahren. Einfahrt direkt vor dem Ortseingang von Sagres – links der Ausschilderung folgen.

Dort gibt es die – wie wir finden – sehr schöne Bar/Restaurant NORTADA, in der meist coole Musik läuft und auf der Terrasse kann man seinen Sundowner geniessen, aufs Wasser schauen und träumen….

 

Strände in und um Sagres

 

Praia do Beliche

Der westlichste Strand an der Südküste Portugals ist die Praia do Beliche. Er liegt in der Bucht zwischen dem Cabo de Sáo Vicente und dem Fort von Sagres. Ein wunderschöner Strand ist über eine lange Treppe zu erreichen und bei Flut – je nach Mondphase Achtung – allerdings überflutet ! Der Schutz der Steilküste bis zum Kap gewährleistet, dass die Wellen weniger hoch sind als an der Westküste. In der Nähe des Kaps ist das Klima allerdings merklich rauher als an den nach Südosten gerichteten Stränden östlich von Sagres. Der Küstenstreifen zwischen Burgau im Süden und Sines an der Westküste liegt im Naturschutzgebiet. Das gesamte Gebiet ist dünn besiedelt, weshalb die Strände verhältnismäßig leer sind.

MARETA

In Sagres am ersten Kreisverkehr links in den Ort hineinfahren – am zweiten Keisverkehr ( was sonst ) halb rechts raus, braunem Schild Mareta folgen. Die Straße führt steil runter ( Schotterweg ) – erstes Restaurant/ Café  – ein Steinhaus – auf der rechten Seite. Toller Blick auf die Bucht und schönes Restaurant / Bar, die einlädt „zum Sundowner geniessen“. Bei entsprechender Welle und evtl. Wind trifft man hier Surfer bzw. Windsurfer. Toll zum Zuschauen und Staunen.

 

TONEL

Sehr schöner Strand rechts des Forts von Heinrich dem Seefahrers. Am Kreisverkehr in Sagres geradeaus und gleich rechts runter. Ein Strand zum Sonnen und relaxen. Taucher trifft man dort ab und zu. Zum Schnorcheln ganz attraktiv – aber Achtung: beim Baden; dort gibt es Felsen unter Wasser je nach Tidenstand!!!– Strandbar im Sommer und Surferpoint.

 

STRÄNDE AN DER WESTKÜSTE

 

Alle Strände liegen im Naturpark der Costa Vicentina.

Das Wasser an der Westküste ist kälter als an der Südküste und man muss mit Strömungen rechnen.

 

Von Süd nach Nord

 

Praia do Amado

DER Strand zum WELLENREITEN.

Surfen ausprobieren und,- oder anschauen lohnt sich auf jeden Fall!

Div. Wellenreit-Schulen verleihen Boards und geben Kurse.

In Vila do Bispo ( liegt auf dem Weg nach Sagres ) rechts abfahren Richtung Aljezur.

Dann geht’s ein bißchen durch die Prärie, aber auf einer normalen Landstrasse – mit tollem Blick auf das Monchique- Gebirge. Bis kurz vor Ortseingang Carrapateira. Links rein – dort steht ein Hinweisschild zum Surfpoint “Amado Beach” . Deshalb kann man dort auch oft Wellenreiter bewundern. Ein wirklich traumhafter Stand mit oftmals sehr hohen Wellen und fantastischer Blick von der schmalen Schotterstrasse, die oben auf den Felsen entlangführt.

Diese Strasse ist gleichzeitig auch ein von uns vorgeschlagener Rundweg, der bis zum nächsten Strand bzw. in den Ort Carrapateira zurückführt. Auf dem Weg liegt das Restaurant “Sito do Forno”, das zu einem kleinen Stop-over einlädt, um abends den fantastischen Sonnenuntergang zu geniessen.  Dann geht’s weiter zum

 

Praia da Bordeira

ebenfalls gigantisch und für jemanden, der noch niemals am Atlantik war, wahrscheinlich der  Strand hier in der Gegend schlechthin! Man hat einen wunderschönen Blick vom Felsen aus, der sehr, sehr eindrücklich im Gedächtnis bleiben wird. Ein Strand mit noch grösseren und gewaltigeren Wellen. Bei Nord- Westwind auflandig !!!

 

PRAIA DA ARRIFANA

Dorthin gelangt man von Carrapateira aus weiter nach Norden Richtung Aljezur. Dann fährt man kurz vor dem Ortseingang der Beschilderung folgend links hoch. Wirklich hoch – relativ steile Strasse und dann die nächste Kreuzung wieder links nach Arrifana. Ein ebenfalls sehr, sehr schöner Ort. Auf den Felsen gelegen und über eine schmale Strasse gelangt man zum Strand. Achtung  – gibt manchmal nicht genug Parkplätze direkt unten. Besser oben parken und laufen !

Toller Ausblick vom Felsen aus, wenn man die “Hauptstrasse” des Ortes bis zum Ende durchfährt. Dort gibt’s auch ein Restaurant – das “Arrifana”.

 

Sagres

 

Ein kleines Reihendorf am südwestlichsten Zipfel Europas. Besonders hübsch sieht der natürliche in einem Felsenkessel gelegene Fischerhafen aus. Der Ort selbst liegt am oberen Rand des kargen Plateaus, meist bläst ein heftiger Wind, der nur niedrige Ginster- und Wacholderbüsche aufkommen läßt.

Im 15. Jahrhundert wurde ein Franziskanerkloster mit Krankenhaus gegründet, später übernahm sogar Heinrich der Seefahrer persönlich die religiösen Aufgaben. Heinrich war zu seinen Lebzeiten ein Heiliger. Er lebte keusch, blieb kinderlos und trank keinen Alkohol, am 13. November 1460 verstarb er in Sagres. Im 15./16. Jahrhundert gewann das Kap für die Seefahrt immer mehr Bedeutung. Segelschiffe warten hier auf günstige Winde für die langen Reisen und ließen noch einmal die Frischwassertanks auffüllen. Auch Christoph Columbus kannte das Cap San Vicente sehr gut. Bereits im 16. Jahrhundert wurde der erste Leuchtturm gebaut. 1587 richtete der englische Freibeuter Sir Francis Drake großen Schaden an, er ließ das alte Franziskanerkloster und die Festung zerstört zurück.

 

FORTE BELICHE

Kleine Festungsanlage kurz vor dem Cabo Sáo Vicente. 1632, nachdem es zerstört worden war, wiederaufgebaut. Wahrscheinlich stand schon im 14. Jahrhundert, etwas Ähnliches an dieser Stelle. Im Inneren der kleinen Kuppelkapelle eine Statue des heiligen Antonius, obwohl die Kirche der heiligen Katarina geweiht ist. Ein steiler, nicht ungefährlicher Fußweg führt an den Felsen entlang hinunter zum Meer. Hier legten früher Segelschiffe an, um ihre Trinkwassertanks aufzufüllen.

 

Leuchtturm am Cabo de São Vicente

 

D A S   E ND E   D E R   W E L T  !

Danach kommt nur noch irgendwann Amerika – wie wir finden ein mystischer Ort.

Wenn man später am Abend dorthin kommt, ist auch in der Hochsaison nicht mehr viel los.

Kurz vor Einbruch der Dämmerung wird der Vorhang vor dem geschliffenen Bergkristall zur Seite gezogen und gibt einen Blick auf das Prisma frei, das eines der stärksten und wichtigsten Leuchtfeuer der Welt ist und in der Nacht den vorbeifahrenden Schiffen den Weg weisen soll.

 

Cabo Sao Vicente war ein heiliger Ort und zog folglich Pilger an. Aus der Zeit um 3000 v. Chr. stammen die alten Hünensteine (heilige Grabstätten der Neolithiker), die man in der Gegend fand. In der Antike war die äußerste Landspitze Europas unter anderem dem Saturn geweiht. Etwa 100 v. Chr. wird von heiligen Trinkzeremonien berichtet. Die Christen übernahmen diese Tradition, indem sie diesen Zipfel dem Heiligen Vincent weihten, einem Märtyrer aus Valencia.

 

Die felsige Halbinsel, ca. 6 km westlich von Sagres, reicht weit in den Atlantik hinein und war schon in Urzeiten eine wichtige Landmarke der Seefahrer. Der heutige Leuchtturm wurde bereits 1846 erbaut, ein Petroleumsystem diente bis 1926 zur Befeuerung. Auch der alte Antrieb, der wie bei einer Standuhr mit Hilfe von an Ketten aufgehängten Gewichten die Glaslinsen in Drehung versetzte, ist noch vollständig vorhanden. Eine ca. 3,5 m hohen Gürtellinse, aufgebaut aus ringförmigen Prismen, bündelt das Licht der riesigen 3000-Watt-Birne. Noch in 90 km Entfernung ist deshalb das Leuchtfeuer zu erkennen. Bei einem Rundgang  (ab und an werden Führungen veranstaltet – wann genau ??? wenn gerade Zeit dafür ist – wahrscheinlich !) fühlt man sich wie in einem goldenen Spiegelkabinett. (sehr beeindruckend) Für Nebeltage sind neben dem Turm zwei große Nebelhörner angebracht, die alle 15 Sekunden einen tiefen Ton ausstoßen. Die Wärter leben hier mit ihren Familien und sind im Schichtdienst rund um die Uhr mit Betrieb und Wartung der Anlage betraut. (Dieser Arbeit wird von Generation zu Generation vererbt.)

Der Schiffsverkehr vor dem Kap ist sehr stark. Die großen Supertanker, die hier mit ihren Ölladungen aus der Golfregion Richtung Nordeuropa vorbeifahren, sind von der Küste aus gut zu erkennen. Das Wasser wird vor der Küste schnell tief -  etwa 20 km südwestlich vom Kap beträgt die Wassertiefe bereits 1000 m, um noch etwas weiter draussen auf 4000 m abzufallen.